Geschichtliche Fakten

Schon vom frühen “Pappenheimer” Marschall Heinrich von Kalden - vermutlich Erzieher des Sohnes Kaiser Friedrich Barbarossas - wird über sein imponierendes und energisches Eintreten für den Judenschutz anlässlich des Hoftages von Mainz (Vorbereitung des 3. Kreuzzuges) im März 1188 berichtet.

Im zeitgenössichen Bericht des Mainzer Elasar bar Juda heißt es: “Am Montag wollte ein Ritter (Kreuzfahrer) in die Synagoge dringen; aber der Marschall kam herbei und schlug ihn mit einem Stocke, so dass er beinahe starb...” Mit dieser Aktion gelang es Heinrich von Kalden einen Aufmarsch von Tausenden von Kreuzfahrern zu zerstreuen, der unweigerlich zu einem Progrom an den Mainzer Juden geführt hätte.

Das Landjudentum in Pappenheim

Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof

Die Geschichte der Juden in Pappenheim führt bis in die erfassbaren Anfänge des Geschlechtes der Marschälle zurück. Legendenhafte Überlieferung will wissen, dass Pappenheim schon seit der Tempelzerstörung durch die Römer von Juden besiedelt war (Handelsstraßen).

Die Aufgabe und das Privileg des “Judenschutzes”, der neben dem eigentlichen Schutz auch das Recht beinhaltete, den sog. “Judenzins” selbst zu entnehmen, hatten in ihrem Einflussbereich seit jeher die Marschälle inne und ließen es sich fast über das gesamte Mittelalter hinweg immer wieder bestätigen (Goldene Bulle).

Noch im 15. Jahrhundert standen ihnen auch jeweils die Hälfte dieser Einnahmen aus Augsburg und Nürnberg zu.

In Pappenheim jedenfalls scheinen Juden immer eine Art Refugium gehabt zu haben, da den Marschällen schon Kraft ihres Amtes an der Förderung des Handels sowie Partizipation an der allgemeinen Kapitalkraft der Juden - auch im Zusammenhang mit den finanziellen Bedürfnissen des Kaiserhauses - gelegen sein musste.

In Pappenheim zeugen gleich zwei jüdische Friedhöfe von dieser langen Besiedelungsgeschichte.

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